Gewässerprojekt Ruwer

Zurück zur Natur

Man sieht es nicht unbedingt sofort vom Fahrradsattel aus, auch wenn das Flüsschen Ruwer den Radler vom Hunsrück bis zur Mosel hinab begleitet: Der Ruwer-Hochwald-Radweg verläuft durch eines der größten Bachsysteme im rheinland-pfälzischen Schiefergebirge. Mit einer Summe von rund sieben Millionen Euro ist daraus eines der landesweit bedeutsamsten Naturschutzprojekte geworden.

Von ihren Hochwald-Quellbächen mit Mooren und Schluchtwäldern durchzieht das Gewässernetz die Greimerather und Keller Mulde und erstreckt sich durch Feuchtwiesen und Auenwälder bis hin zur Moselmündung am Ende des Ruwertals mit seinen bekannten Winzer- und Fremdenverkehrsorten.

Intaktes Ökosystem in vielfältiger Naturlandschaft

In jedem dieser Streckenabschnitte findet man längs des Radweges seltene Tier- und Pflanzenarten. Mit einem Gewässerprojekt, das im Jahre 1993 begann, sollten die natürlichen Raritäten entlang der Ruwer auf Dauer geschützt werden. Der Ruwer-Hochwald-Radweg bietet ideale Möglichkeiten, dieses intakte Ökosystem aus Wasserläufen, Auen, Waldgebieten und Hochmooren von den Quellgebieten bis zur Moselmündung zu erfahren.

Blick auf die Ruwer nahe Ollmuth

Radfahrern erscheint die Ruwer heute als nahezu naturbelassen. Dazu mussten jedoch mehr als 65 Gewässerhindernisse aus früheren Sanierungsversuchen abgebaut werden. Denn die Rohre und Wehre bildeten Barrieren, die für Wasserlebewesen nur schwer überwindbar waren und somit die Verbreitung von Pflanzen oder Tieren stark beeinträchtigten.

Wasserläufe von hoher Qualität

Im Sommer können vom Strampeln erhitzte Waden ruhigen Gewissens durch ein erfrischendes Fußbad gekühlt werden. Der Bau von vier neuen Kläranlagen war entscheidend für die gute bis sehr gute Wasserqualität.

Mischwaldbestand an der Ruwer-Quelle im Osburger Hochwald

Neben Wiesen mit Wildgräsern und Wildblumen prägen große Waldflächen die Radstrecke. Zwischen Waldrach und Kell wurden im Ruwer-Gewässer-Projekt Nadelbäume, die für die Gegend untypisch waren, durch Laubbäume ersetzt. Erle und Birke sind heute die dominierenden Bäume der urtümlich anmutenden Moor- und Bruchwälder. Besonders auffallend stehen sie am

Radweg im Hinzerter Bruch südlich von Mandern und im Quellmoor der Ruwer am Rösterkopf.

 

Weitere Naturschutzgebiete sind schon geplant

Damit auch die langfristige Absicherung der Projektziele gelingt, wurden im Kern des 260 Quadratkilometer umfassenden Projektgebietes bislang zwei Naturschutzgebiete ausgewiesen:

  • Naturschutzgebiet "Keller Mulde mit Leh- und Rothbachtal, mit Laberg und Grammert" in der Verbandsgemeinde Kell am See
  • Naturschutzgebiet "Enterbachtal" in der Verbandsgemeinde Ruwer

Mit dem Ende der Förderphase durch Bund und Land endet jedoch nicht das Projekt selbst. Vielmehr wird es auch zukünftig durch die beteiligten Gemeinden betreut. So sind weitere Naturschutzgebiete wie das Klinkbachtal südlich von Lampaden geplant.

Die Projektträger wollen weiter an der nachhaltigen Entwicklung der Natur in der Region arbeiten. Auf dem Radweg zwischen Hermeskeil und Ruwer kann man dies bereits erkennen.

Hintergrund

Im März 1993 wurden Ruwer und Nebenbäche in das seit 1989 bestehende Gewässerrandstreifenprogramm des Bundesumweltministeriums (BMU) aufgenommen.

 

Projektträger:

  • Landkreis Trier-Saarburg
  • VG Kell am See
  • VG Ruwer

 

Projektlaufzeit:

  • 1993 - 2004

 

Projektkosten:

  • 6,81 Mio. EUR

 

Förderung durch BMU (75 Prozent) und mit 15 Prozent durch das Mainzer Ministerium für Umwelt und Forsten (MuF)