Burgruine Sommerau

Wechselvoll ist die Geschichte des kleinen Ortes Sommerau, der idyllisch an der Ruwer liegt. Maßgebend für diese Veränderungen waren die ständig wechselnden Besitzer der Burg Sommerau, die somit die Geschichte des Ortes geprägt haben.

Burgruine Sommerau um 1915.

Blickt man von oben in den Talkessel der Ruwer, in dem sich das Dörfchen Sommerau um die gleichnamige Burg gruppiert, ist man erstaunt über den Flussverlauf: Bereits im 13 Jahrhundert wurde die Ruwerschleife an ihrer schmalsten Stelle durchbrochen und so eine Abkürzung gebahnt, auf der sie Dorf und Burg links liegen lässt. Ein Wasserfall erinnert heute an diese historische Flussbegradigung. Die Burg, deren Ruine auf einer Erhebung mitten im Tal steht, wurde irgendwann im 13. Jahrhundert erbaut und war auf vielfältige Weise in die Geschichte der Region verwickelt.

Flurkarte des Ortes Sommerau von 1820.

Schon 1303 schloss der Trierer Bürger Johann Walram mit dem Trierer Erzbischof Dieter von Nassau ein Abkommen über den Verkauf seines Hauses und der Burg Sommerau für 300 Pfund kleine Turnosen (Mittelalterliche Münzen). Im Gegenzug erhielt Johann Walram Haus und Burg als kurtrierisches Lehen für sich und seine Erben. Dem Erzbischof stand dadurch die Burg jederzeit offen, sowohl für friedliche als auch für militärische Zwecke. Für Dieter von Nassau und seine Erben barg dieses Abkommen die Möglichkeit in hochrangige Hofämter aufzusteigen, zum Beispiel zu Schöffen und Schultheißen. Johann Walram avancierte durch den Verkauf zum reichsten Mann der Stadt Trier.

Historische Ansicht Sommerau.

Um 1400 wurde der ehemalige Burgfried zum Wohnturm ausgebaut und im Kellergewölbe ein Gefängnis eingerichtet. Mit der Zuweisung des Lehens Sommerau an zwei Vasallen entstanden vor der Burg zwei Höfe, um eine getrennte Wirtschaftsführung der Güter und Einkünfte zu ermöglichen.

In den Wirren des 30-jährigen Krieges erleidet die Burg größeren Schaden durch Söldner der Schweden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Burg dann völlig zerfallen.

1828 ersteigern vier Trierer Bürger die Burg und nutzen sie als Steinbruch.

1855 kauft der Staat Preußen die Ruine um ihren weiteren Abbruch zu unterbinden.

1902 wird die Ruine dann wieder an einen Privatmann, Adolf Huesgen aus Traben-Trabach, verkauft. Allerdings geschah dies unter der Verpflichtung der Instandhaltung und der Untrennbarkeit von den dazugehörigen Ländereien. Huesgen kaufte die Ruine aber nur um seinem 1898 angelegten Weinberg den Namen Schlossberg Sommerau geben zu können. Zum Erhalt der Anlage trug er wenig bei.  1962 wird die Familie Gustav Willkomm aus Bernkastel neuer Eigentümer.

 

Hintergrundinformation

Die Burgruine Sommerau kann ganzjährig besichtigt werden, der Eintritt ist frei.

Sie eignet sich sehr gut für ein erholsames Picknick nach einer langen Radtour oder auch einfach als schöner Wegpunkt, um zu verweilen und den Blick schweifen zu lassen.

Der Name Willkomm ist in Sommerau nicht unbekannt, denn der Wein prägt die Landschaft.
Von der Burg aus haben Besucher einen schönen Blick auf den Ort Sommerau.
Die Burgruine Sommerau bestimmt den Charakter des Dorfes, auch aus der Ferne.