Von der Bahntrasse zum Radweg

Komfort für Käfer Karl

Ob Gehweg, Straße oder Radweg: Das sind Routinearbeiten für die Männer von der Straßenmeisterei. Doch einen Radweg auf eine ehemalige Bahntrasse zu bauen, das bringt neue Herausforderungen für die Bauarbeiter und Planer. So findet der Bauleiter seine Mitarbeiter nicht immer sofort und selbst „Käfer Karls“ Füße müssen bei den Bauarbeiten berücksichtigt werden.

1. Schritt: Die Ehemalige Trasse muss von Schienen und Bewuchs befreit werden

Die ehemalige Bahntrasse des Ruwer-Hochwald-Radweges Jahre nach der Stilllegung der Hochwaldbahn
Rodungsmaschinen machen Platz für den neuen Radweg und befreien die Trasse von Gestrüpp

2. Schritt: Der alte Bahnschotter wird durchgefräst

Auf den vorhandenen Bahnschotter können die Arbeiter nicht direkt den Asphalt schütten, weil der Untergrund viel zu grobkörnig ist. Für die ehemalige Eisenbahn auf Schienen war das kein Problem: Die Belastung für den Schotter war stets linienförmig und das grobe Material völlig ausreichend. Doch die neue Asphaltdecke benötigt einen feineren, stabilen Untergrund, damit sie nicht reißt. Die Fräse wird hinter einen Traktor gespannt und neue, feine Steine werden zusammen mit dem alten Bahnschotter vermischt; im Jargon der Bauarbeiter: durchgefräst. Anschließend wird der zukünftige Radweg von einer Walze verdichtet

 

Der Traktor eines Bauern aus dem Ruwertal wurde vor eine Spezialfräse gespannt. Jetzt ist der Untergrund stabil genug für den Asphalt

Das Besondere an dem Radwegebau auf der ehemaligen Bahntrasse ist laut Bauleiter Axel Burkel die Linienbaustelle: „Normalerweise ist eine Baustelle kompakt auf einem Haufen, diese hier ist 6,3 Kilometer lang, und ich muss meine Bauarbeiter öfters mal suchen!“

Mittagspause in Mertesdorf - Der Bauleiter wird uns schon finden...

3. Schritt: Die Trasse wird abgeschoben und winterfest gemacht

Damit die Radfahrer auch bequem auf dem neuen Radweg nach Hermeskeil und zurück kommen, wird die Bahntrasse abgeschoben: das heißt, dass sie auf vier Meter verbreitert wird. Zusätzlich wird zirka 20 Zentimeter tief ein Frostschutz verarbeitet, damit im Winter keine großen Hohlräume entstehen und die Decke nicht einfriert.

 

Nachdem das Frostschutzmaterial eingearbeitet und die Trasse verbreitert wurde, ist von der alten Bahntrasse kaum mehr etwas übrig geblieben

4. Schritt: Die Asphaltkolonne rückt an

Damit auf der Trasse auch endlich geradelt werden kann, fehlt nur noch die Asphaltschicht, die eine achtköpfige Asphaltkolonne in glühender Hitze aufbringt. Doch es handelt sich hierbei nicht um irgendeine Asphaltschicht: Die Schicht muss so beschaffen sein, dass auch „Käfer Karl“ den Radweg im Sommer überqueren kann, ohne sich die Füßchen zu verbrennen. Dem Asphalt wird also aus Naturschutzgründen ein Aufheller hinzugefügt, damit alle Kleintiere in der Hitze ohne heiße Füße die Trasse passieren können.

Fertig aufgetragene Asphaltschicht bei Hermeskeil nach stundenlanger Arbeit in glühender Hitze

Infografik

Querschnitt durch den neuen Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse