Auskunft:

 

Dokumentations- und Begegnungshaus

Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZHinzert

An der Gedenkstätte

54421 Hinzert-Pölert

 

Fon: 06586 - 9924-93

Fax: 06586 - 9924-94

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Dokumentations- und Begegnungshaus

Gedenkstätte Sonderlager/KZ Hinzert

Massengefängnis für politischen Widerstand aus dem Westen

 

...Auschwitz hat hier, mitten unter uns, begonnen. Und dies ist das Schreckliche an den Lagern, die keiner gesehen haben will. Wer Osthofen oder Hinzert 'übersah', der wollte auch nichts von den Lagern 'im Osten' wissen ..."

(Auszug aus dem Vortrag des Direktors der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Hans-Georg Meyer, am 05. März 1999)

 

 

Während der Nazi-Herrschaft existierten eben nicht nur die bekannten „großen“ Konzentrationslager Auschwitz, Dachau oder Buchenwald sondern auch zahlreiche „kleine“ Orte des Terrors. Dazu gehört auch das SS-Sonderlager/ KZ Hinzert.

Mitten im Hunsrück, am Rande des kleinen beschaulichen Dorfes Hinzert, umgeben von Wiesen und Wäldern befand sich hier auf einem Stück Ackerland sechs Jahre lang ein Konzentrationslager in dem insbesondere politische Häftlinge aus Luxemburg, Belgien, Frankreich und den Niederlanden inhaftiert waren.

Ab 1939 entstand in Hinzert ein Barackenlager in dem sogenannte Arbeitsbummler und Arbeitsverweigerer zwecks „Disziplinierung“ eingesperrt und per Zwangsarbeit ausgebeutet wurden.  Das Lager erhielt die Bezeichnung „SS-Sonderlager Hinzert“. Diese unklare Namensgebung sollte den Eindruck erwecken, es handele sich bei dem Lager in Hinzert nicht um ein Konzentrationslager sondern lediglich um ein „Arbeits- und Erziehungslager“. Hintergedanke des Häftlingseinsatzes bei unterschiedlichen Arbeiten in der Umgebung, beispielsweise beim Bau des Westwalls oder einer Reichsautobahn, war aber auch in Hinzert die „Vernichtung durch Arbeit“( Heinrich Himmler, 18.09.1942).

Das SS-Sonderlager Hinzert war für 560 Häftlinge konzipiert. Zeitweise befanden sich dort allerdings bis zu 1000 Menschen in  Haft, die Lebensbedingungen waren dementsprechend schlecht.

Von 1941 an mehrte sich die Zahl der politischen Häftlinge im Lager. So wurde Hinzert zur hektischen Durchgangsstation zu den großen KZs, zum überfrachteten Arbeitslager und später auch zu einem „Eindeutschungslager“. Mit Eindeutschung bezeichneten die Nazis, die „Umerziehung“ bestimmter Häftlingsgruppen - beispielsweise Teile der Zwangsarbeiter aus dem „Ostraum“. Auf diese Weise sollten aus den Häftlingen gleichwertige Mitglieder der „deutschen Volksgemeinschaft“ werden.

Insgesamt waren zwischen 1939 und 1945 13.600 Menschen aus rund zwanzig Ländern im SS – Sonderlager/ KZ Hinzert eingesperrt. 321 überlebten die Haft nicht.  Erst nach dem 2.Weltkrieg wurde das Sonderlager in Konzentrationslager Hinzert umbenannt.

Im Mittelpunkt der heutigen Gedenkstätte stehen die Sühnenkapelle aus dem Jahr 1948, Gräber exhumierter Häftlinge mit Steinkreuzen, ein Denkmal entworfen von dem ehemaligen Häftling Lucien Wercollier, sowie ein Dokumentations- und Begegnungshaus.

Eine Informationsschrift und Informationstafeln der Landeszentrale für politische Bildung erklären die Entstehung und die Struktur des Lagers sowie den Lageralltag. Außerdem führen sie zu weiteren Gedenkstellen in der Umgebung.

 

Wegbeschreibung

Von Hermeskeil mit dem Fahrrad auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg bis zur Autobahnbrücke der A 1. Vor der Brücke rechts ab entlang der Autobahn bis zur K95, rechts ab und nach ca. 300 m links abbiegen, vorbei an der Rasstätte Hochwald Ost bis zur Überführung der BAB A1, dahinter rechts ab bis zur L 148, dort rechts ab bis zur Gedenkstätte.

 

Mit dem Auto:

Die Anreise erfolgt von Trier aus über die B52 in Richtung Hermeskeil (Tourismus/ Sehenswürdigkeiten/ KZ Hinzert) oder über die Autobahn A1 (Trier – Saarbrücken), Ausfahrt Reinsfeld. Von hier aus der Wegweiserbeschilderung zur Gedenkstätte folgen. Von Saarbrücken/ Kaiserslautern aus über die A 1, Ausfahrt Reinsfeld und weiter s.o.

Öffnungszeiten & Eintritt

Öffnungszeiten der Ausstellung im Dokumentations- und Begegnungshaus:*

Dienstag bis Freitag:

von 09.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr

 

An Wochenenden und Feiertagen:

von 14.00 bis 17.00 Uhr

 

Montag geschlossen

 

An Weihnachten, Neujahr und Ostersonntag ist das Dokumentations- und Begegnungshaus geschlossen.

 

Der Friedhof der Gedenkstätte ist täglich geöffnet:

von 09.00 bis 17.00 Uhr von Oktober bis März

von 09.00 bis 19.00 Uhr von April bis September

 

Führungen für Gruppen (ab 15 Personen) sind nach Voranmeldung möglich.

 

*bitte jeweils aktuelle Regelungen beachten:

Diese finden Sie unter Internet

 

Der Eintritt ist frei

 

Besonderheiten

Informationen in vier Sprachen (deutsch, englisch, französisch, polnisch)

Literatur

- Klopp, Eberhard: Hinzert – kein richtiges KZ? Ein Beispiel unter 2000. Edition Trèves, Trier, 1983.

- Pütz, Albert: Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert 1940- 1945. Das Anklageverfahren gegen Paul Sporrenberg. Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt a.M., 1998.

- Schneider, Volker: Waffen-SS. SS-Sonderlager „Hinzert“. Das Konzentrationslager im „Gau Moselland“, 1939- 1945“. Verlag Burr, Nonnweiler- Otzenhausen, 1998.

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