Kulinarische Spezialitäten

Wo kreative Köche komponieren

Themenbüffet "Spargel" in der Weinstube Schenk-Oster.

Wer schon mal längere Strecken auf dem Rad zurückgelegt hat, der kennt es: Die Beine werden schwer, der Rücken schmerzt und der Magen fängt an zu knurren. Aber nicht irgend etwas soll verspeist werden, es soll etwas ganz Besonderes sein. Damit können die Köche der Region auch dienen: ob roher Spargelsalat mit Erdbeeren, Wildschwein-Sauerbraten oder Kartoffel-Lasagne. Im Ruwertal haben sich die Küchenmeister einiges einfallen lassen, um auch ausgefallene Gaumenwünsche zu erfüllen.

 

Betritt man die älteste Weinstube im Ruwertal, so knarren die Holzdielen bei jedem Schritt,  Kerzen tauchen den Holz verkleideten Raum in ein schummeriges Licht. Auf jedem der gedeckten Tische steht ein Glas mit einer Handvoll grüner Spargel. Ein würziger Geruch liegt in der Luft, lässt aber dennoch nicht erraten, welch mysteriöse Köstlichkeiten sich unter den Deckeln des Buffets befinden.

Wer glaubt, dass man Spargel nur mit Schinken, Sauce Hollandaise oder zerlaufener Butter zubereiten kann, wird im Waldracher Weingut Schenk-Oster eines Besseren belehrt. Bei rohem Spargelsalat mit Erdbeeren, Spargel Ratatouille, Spargeltortilla, Spargel-Ciabatta und süßem Erdbeer-Spargel-Ragout kann man nur staunen, was sich aus dem Liliengewächs alles zaubern lässt. Mehrmals im Jahr verarbeitet Barbara Wünsch-Schirmer, die Inhaberin des Weinguts, Spargel, Pilze, Geflügel, Käse oder Wild zu derartig fantasievollen Themenbüffets.

Immer mittwochs gibt’s Aktionsbüffets

Und damit ist das Weingut Schenk-Oster am Radweg nicht alleine. Auch im Hotel zur Post in Kell am See wird kreativ gekocht. Neben Spargel sind dabei Fisch, Wild oder Kartoffeln die Hauptakteure der Aktionsbüffets. Und wie Küchenchef Michael Krämer gegrilltes Filet vom Bachsaibling, Barramundi-Barschfilet mit Currysauce, Kartoffel-Lachs-Röstis mit Knoblauch-Kräuterquark oder Apfelringe im Bierteig kocht, das können seine Gäste hautnah miterleben. Denn Krämer schwingt den Kochlöffel entweder in der offenen Küche des Hotels oder er kocht direkt am Büffet. Oft ist er dabei auch nicht allein, da zu den Themenbüffets oftmals Gastköche eingeladen werden, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Auf zwei Dinge kann man sich in Waldrach und Kell außerdem verlassen: erstens finden die Veranstaltungen immer mittwochs statt, und zweitens haben die Zutaten der Themenbüffets keine weite Anreise hinter sich. Alles, was im Krämerischen und Wünsch-Schirmerschen Kochtopf landet, stammt aus regionalem Anbau, auch wenn man Spargel eher in der Pfalz vermutet.

Wildschwein-Sauerbraten des Hotel-Restaurants Karlsmühle.

Wild gekocht wird auch in der Karlsmühle in Mertesdorf. Diese beheimatet nämlich eine ganz besondere Rarität: den Wildschwein-Sauerbraten aus gutseigener Jagd. „Der Einzige der Region, vielleicht sogar der Einzige überhaupt“, sagt Benedikt Kündgen, der das Hotel und Restaurant 1999 zusammen mit seiner Ehefrau übernommen hat. Einfach den klassischen Rindssauerbraten aus einer Wildschweinkeule zubereiten: Das war die Idee, die vor vier Jahren die ohnehin auf Wild spezialisierte Küche der Karlsmühle revolutionierte. Zunächst wurden verschiedene Varianten und Größen ausprobiert, vom kritischen Gaumen und Auge der Gäste getestet,  und schließlich kam heraus, was bis heute ein Dauerbrenner in der Region und über deren Grenzen hinaus ist: eine süß-saure Mischung aus deftigem Fleisch und Himbeer-Vinaigrette, dazu Wachholderbeeren und hausgemachte Kartoffelknödel mit Gemüsefüllung.

Hochwälder Kartoffel-Tage im Oktober

Knödel sind nur eine Art, Kartoffeln mundgerecht zu kochen. Wer erleben will, was man sonst noch alles aus des Deutschen Lieblingsgemüse machen kann, der sollte die Hochwälder Kartoffel-Tage nicht verpassen.

Hochwald-Kartoffeln.

Jedes Jahr im Oktober bieten viele gastronomische Betriebe der Region zwei Wochen lang spezielle Gerichte rund um die Kartoffel an. Dabei wird die aus den südamerikanischen Anden stammende Knolle zu kulinarischen Leckerbissen verarbeitet: Kartoffel-Nudeln, Kartoffel-Wurst, Kartoffel-Gulasch, Kartoffel-Lasagne und zum süßen Abschluss ofenfrische Kartoffel-Hörnchen mit Vanilleeis oder Kartoffel-Crêpe mit Apfelstückchen. Wer an den Kartoffel-Seminaren teilnimmt, weiß sicherlich hinterher mehr über das, was im Hochwald in so vielfältiger Variation auf den Tisch kommt. Diejenigen, die lieber auf den Kartoffel- und Bauernmärkten flanieren, können regionale Produkte für die eigene Küche kaufen. Kartoffel-Feuer und Kartoffel-Pflanzaktionen für Kinder ergänzen das bunte Programm.

Mehr Informationen zu teilnehmenden Betrieben, Preisen und Terminen:

www.hochwaelder-kartoffeltage.de

www.hochwald-ferienland.de

Weitere Informationen bei den Tourist-Informationen der Verbandsgemeinden Kell am See und Hermeskeil.

Lunch-Pakete vom Bio-Bauerhof

Der Eichhof in Reinsfeld.

Wem jedoch eher nach einem Picknick in der Natur ist, der ist beim Eichhof in Reinsfeld genau richtig. Der Bauernhof, ein reiner Familienbetrieb, legt großen Wert auf die artgerechte Haltung ihrer 70 Milch- und 70 Mutterkühe, die auf dem Hof selbst geboren werden und in natürlicher Umgebung leben. Fleischwurst, Hausmacher Leberwurst, Sülze und der Eichhof-Schinken sind nur einige der zahlreichen Produkte, die in der hauseigenen Metzgerei verkauft werden. In Zusammenarbeit mit anderen Selbstvermarktern der Region schnürt Hans Peter Reichert, Inhaber des Eichhofs, auf Vorbestellung individuelle Lunch-Pakete für Radler.

 

Kulinarische Aktionen

"Die Woche mit Freunden teilen" ist das Motto der Aktion, zu der sich Gastronomie und Landwirtschaft von Mosel, Eifel und Hochwald zusammen- geschlossen haben, darunter auch das Hotel zur Post und das Weingut Schenk-Oster. In einem abwechslungsreichen Ganzjahresprogramm wird Kulinarisches rund um ein bestimmtes Thema oder Produkt geboten – aus regionalem Anbau und stets an einem Mittwoch.

Da das Programm von Gästen und Einheimischen gleichermaßen genutzt wird, ist eine frühzeitige Reservierung notwendig.

 

Mehr Information zu Preisen und Terminen: www.der-gruene-pfad.de

Bei größeren Gruppen und auf Anfrage können auch Themenbüffets außerhalb des regulären Programms stattfinden.

Die Hochwald-Kartoffel

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Kartoffel in der Hochwaldregion angepflanzt. Dies belegen Dokumente über gerichtliche Auseinandersetzungen um den „Grundbirnenzehnt“. Für viele Generationen war sie von da an das wichtigste Nahrungsmittel, da das raue Klima und die kargen Böden anspruchsvollere Pflanzen weniger gut gedeihen ließen.

Ideale Radlermahlzeit

Oft als Dickmacher verschrien und dabei so leichte Kost, die obendrein lange satt macht: Mit gerade mal 87 Kalorien pro 100 Gramm liegen Kartoffeln auf einer Stufe mit ihren Artgenossen, den Äpfeln. Zudem ist der Erdapfel ein wahres Vitamin-C-Paket: 100 Gramm Kartoffeln liefern mehr Vitamin C als dieselbe Menge Preiselbeeren. Dazu einen hochwertigen Eiweißgehalt, der vor allem in Kombination mit Milch und Eiern den von Fleisch bei weitem übersteigt: die ideale Radlermahlzeit.

Aus der regionalen Küche

Wer Lust hat, die Küche des Ruwertals und Hochwalds am eigenen Herd auszuprobieren, dem verraten Küchenchefs aus der Region ihre besten Rezepte:

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