Das Reinsfelder Sägewerk

Bahnschwellen für ganz Deutschland

Wenn man heute im Wohngebiet „Sonnenhang“ einen Sägespan findet, so ist das wahrscheinlich Zufall. Lange –35 Jahre- ist es her, dass hier, auf einer Fläche von 40 Hektar Land, eines der größten Sägewerke in der Großregion Trier seine Schneideblätter durch das Hochwald-Holz gleiten ließ .

 

Ferdinand Schirra: Feld-und Waldarbeiter im Reinsfelder Sägewerk

Das Säge- und Imprägnierwerk Alexander von Hammerstein wurde im Jahre 1896 in Reinsfeld an der Bahnstrecke erbaut. Mit seinen rund 150 Angestellten hatte es sich sehr bald auf das Herstellen von Schwellen spezialisiert, die durch den Weiterverkauf an die Bahn für deren nationalem Verkehrsnetzaufbau „in die weiten Lande“ getragen wurden. Täglich verließen bis zu sechs, mit Holzblöcke beladene Eisenbahnwagen, das Sägewerk.

Mit 2 Pferdestärken zum Sägewerk

„Die Schwellen bestanden meist aus Buchenholz, das ist wesentlich robuster, als die auch häufig verwendete Eiche“, sagt Herr Schirra. Während er erzählt greift der ältere Mann immer wieder auf eine der unzähligen Schwarz-Weiß-Fotografien zurück, die er auf dem Küchentisch ausgebreitet hat. Auf einem der Bilder ist er mit einem Fuhrwagen zu sehen. Diesen nutze er mit seinen „Kumpanen“, um das Holz zum Sägewerk zu transportieren. „Pascha und Emil, das waren zwei ausgesprochen gute Zugtiere“, erinnert sich Herr Schirrer mit nostalgischem Blick. Romantisch verklärt ist sein Blick in die Vergangen aber nicht: „Es war schon eine sehr schwere Arbeit“, betont Herr Schirra rückblickend.

 

Das Sägewerk August von Hammerstein um 1920 (Foto:Privat)

Vom Baumstaum zur Schwelle

Im Tränkbetrieb wurde das angelieferte Holz in mehreren Schritten weiterverarbeitet. Der große Tränkkessel wurde mit bis zu 40 Schwellen bestückt, danach mit einem gusseisernen Deckel und großen Schrauben dicht verschlossen. Dann wurde dem Holz die Feuchtigkeit entzogen. Mit großem Druck wurde das 93 Grad heiße Tränk-Öl in den Kessel gepresst. Sechseinhalb Stunden lagerte das Holz so im Kessel, damit das Öl möglichst tief in die Holzfasern eindringen konnte. Vor dem endgültigen Verlegen wurde jede Schwelle abschließend mit einem Jahresnagel versehen und von einem Bahninspektor auf ihr Gewicht (3 Zentner) und auf ihr Normmaß (16cmx26cm) geprüft.

 

Heute haben Kinderstimmen und Fahrradgeklingel die einstigen Säge- und Zuggeräusche abgelöst. An die Eisenbahn und das Sägewerk erinnert nur noch die auf Reinsfelder-Schwellen aufgestellte Lokomotive am Ortseingang. Schaut man näher hin kann man auch noch den ein oder anderen Jahresnagel ausfindig machen.

 

impressum